21: Schlauchboote auf der Elbe [25.07.22]

1/26 Gleich geht's los
1/26 Gleich geht's los
2 Frauen und 24 Männer wollten heute paddeln. Wir fuhren per Bus und 2 Zügen nach Königsstein, übernahmen Paddel und drei Schlauchboote. Der Spaß konnte nun beginnen, das Wetter war angenehm warm, nicht zu heiß, teilweise bewölkt – perfekt! Da wir reichlich Zeit hatten, ließen wir es ruhig angehen und machten bald darauf unsere erste Badepause.
Passend zur Mittagspause erreichten wir den Ort namens »Kurort Rathen«. Hier gibt es die Besonderheit, dass »Kurort« Teil des Namens ist. Weitere Beispiele für solch eigenwillige Namensgebung sind der Ort namens »Stadt Wehlen«, den wir später passiern würden, und »Dorf Wehlen«.
»Kurort Rathen« befindet sich auf beiden Seiten der Elbe. Eine an einem per Seil mit dem Ufer fest verbundene Fähre, die keinen Motorantrieb benötigt, bringt Personen und Fahrzeuge zur jeweils anderen Seite. Boote können nur passieren, wenn die Fähre am rechten Ufer der Elbe liegt.
Wir machten hier Mittagspause. Viele von uns nutzten die Gelegenheit, nur mit einer Geldbörse zum Eiscreme-Verkauf am Elbe-Radweg hinaufzusteigen. Radelnde einzelne Personen, Gruppen und Familien erwiderten unseren Gruß oder grüßten uns von sich aus.
2/26 Eiscreme zu Mittag
2/26 Eiscreme zu Mittag
3/26 Ein Raddampfer als Ausflugsschiff
3/26 Ein Raddampfer als Ausflugsschiff
Nachdem wir »Stadt Wehlen« passiert hatten, waren noch 8 km zu bewältigen. Ein warmer Wind kam auf, war angenehm, aber auch anstrengend, weil er uns entgegen blies und somit die mehr auf als im Wasser liegenden Schlauchboote bremste. So mussten wir kräftiger paddeln.
Zwischendurch besuchten wir Albert Jäger. Mit 78 Jahren begann er, Esperanto zu lernen und hat mit  Beiträgen in dieser Sprache die natury-Website bereichert. Wir besuchten ihn, er freute sich über Gespräche in Deutsch und Englisch mit bekannten und neu kennenzulernenden Menschen.
4/26 Besuch bei Albert (90 Jahre)
4/26 Besuch bei Albert 5/26 Ausstieg in Pirna 6/26 Ausstieg in Pirna
Wir mussten weiter, ein leichter, erfrischender Regen kam auf. Bald darauf erreichten wir unser Ziel in Pirna wenige hundert Meter von zwei Bahnhöfen und einem zentralen Bushof entfernt. Im Regen erschien es absurd, sich wieder anzuziehen. Nackt mit dem Bus zu fahren, war auch nicht wirklich eine Option. Zum Glück hörte der Regen wieder auf.
Wir fuhren mit einem Bus nach Pirna-Copitz, kehrten im Brauhaus »Zum Gießer« ein und fuhren danach mit einem gemieteten Bus zurück zu unserer Unterkunft. Im langsam weniger werdenden Tageslicht konnten wir die sanft geschwungene Landschaft anschauen und einen schönen Tag ausklingen lassen. – Bericht: Rainer, Fotos: Martin

22: Hinter Hinterhermsdorf [25.07.22]

Heute fuhren wir nach Hinterhermsdorf. Der erste Aufstieg führte zum Weifbergturm. Als Attraktion für Familien sind hier eine spezielle Schaukel, überdachte Rastplätze und im Verlauf des Aufstiegs auf den Turm kindgerechte Informationstafeln zur Tieren und deren Lebensweise vorhanden. Oben erklärte Martin die sichtbaren Berge und zeigte uns auch den Berg im Zittauer Gebirge, den wir am nächsten Tag besteigen würden.
7/26 Endlich mal wieder schaukeln
7/26 Endlich mal wieder schaukeln 8/26 Beobachtung: Die Baumkrone
An der Niedermühle hatten wir eine 15°C kühle, angenehme Erfrischung in der Kirnitzsch / Křinice. Danach kürzte Martin den geplanten Weg ab: Als besondere Überraschung bot Frank, Uhrmachermeister, Spezialist für historische Uhrwerke und Organist mit einem Privatkonzert in der Kirche in Hinterhermsdorf. Anschließend beantwortete er Fragen. Die Orgel wurde zwischen ca. 1840 und 1850 gebaut, 2012 teilweise renoviert.
9/26 Damals war's
9/26 Damals war's
10/26 An der Niedermühle
10/26 An der Niedermühle
Meinen Wunsch, »Charles Marie Widor, 1981 - Symphony No. 05, F Minor, op. 42, No. 1 For Organ (Daniel Chorzempa), I. Allegro vivace« zu spielen, konnte er leider nicht erfüllen: Die Noten hatte er nicht zur Verfügung. Aber selbst wenn er sie gehabt hätte, wäre es auf dieser Orgel nicht möglich gewesen. Frank erklärte uns, dass man für das Spielen romantischer Orgelmusik spezielle Orgeln braucht, weil der Organist die Register gar nicht schnell genug ziehen und schieben könne. Er erklärte uns, dass der französische Komponist Charles Marie Widor (1844-1937) in Paris selbst eine Orgel mit weiteren Bedienelementen gebaut habe, um seine Kompositionen spielen zu können. Wir ließen den Abend mit Fleisch und Käse vom Grill sowie Salaten ausklingen. – Bericht und Fotos: Rainer
11/26 Wandergruppe
11/26 Wandergruppe

23: Ein lauschiges Plätzchen auf der Lausche [25.07.22]

Am 23. Juli erkundeten wir eine für uns neue Region: Die Lausche in den Zittauer Bergen im Dreiländereck Deutschland–Tchechien–Polen. Der kürzeste Weg führte über Sebnitz durch Tschechien nach Waltersdorf. Vier Frauen und 29 Männer machten sich auf, den Berg Lausche zu besteigen. Wir konnten einige begrüßen, die ihre erste Nacktwanderung machten. In unserer großen Gruppe waren sie bestens aufgehoben und konnten sich wohlfühlen.
Martin hatte angekündigt, dass es möglich sein würde, die komplette Wanderung barfuß zu machen. Für Wege, die ich noch nicht bewandert habe, habe ich trotz Jahrzenten der Übung im Barfußgehen immer etwas zum Schutz der Fußsohlen dabei. Der Parkplatz war mit angenehm runden, kleinen Steinchen gleichmäßig bedeckt.
12/26 Auf der Lausche
12/26 Auf der Lausche 13/26 Auf der Lausche 14/26 Auf der Lausche
Meine Kleidung blieb im Auto. Für die Durchquerung von Waltersdorf reichte mir ein Lendenschurz. Am Ortsrand zogen wir uns aus. Angesichts eines schotterigen Weges zog ich es dann doch vor, zunächst Flipflops zu nutzen. Hätte ich vorher gewusst, wie kurz diese Schotterstrecke war, wäre es vermutlich auch barfuß möglich gewesen. Egal, Flipflops sind leicht, nehmen nicht viel Raum im Rucksack ein.
15/26 Gipfelmarkierung
15/26 Gipfelmarkierung 16/26 Grenze Deutschland-Tschechien 17/26 Abstieg auf Wiesenwegen 18/26 Leicht oder schwer
Bald erreichten wir barfußtaugliche Wege im Wald. Auf vielfachen Wunsch hatte Martin die geplante Route umgedreht, so dass wir steil auf- statt abstiegen. Sehr gut!
19/26 Streckübung
19/26 Streckübung 20/26 Im Strecksprung
Wir erreichten eine Wegekreuzung, ab der der letzte Aufstieg recht steil über viele Steine zur Spitze der Lausche verläuft. Wegen der Nähe zur Grenze Deutschland–Tchechien änderte ich meinen Gruß »Hallo« bald um in »Hello«. Viele Tschechen können Englisch, Unterhaltungen sind so leicht möglich. Eine Familie mit einer geschätzt acht- bis zehnjärigen Tochter sprach untereinander eine Sprache, die ich nicht verstehe, vielleicht Tchechisch. Der Vater erwiderte meinen Gruß und fragte mich auf Englisch, wie ich es schaffen würde, auf diesen vielen Steinen barfuß zu wandern. Ich erläuterte ihm, dass ich seit jahrzehnten barfuß gehe und daher meine Füße gut trainiert sind.
Es gab noch weitere Gespräche dieser Art. So gesehen, war ich in der Wahrnehmung anderer gar nicht nackt, sondern barfuß bis zum Scheitel. Beim Abstieg begneteten wir einer Gruppe deutschsprechender Frauen, Männern und Kindern. Eine Frau bat darum ein privates Erinnerungsfoto machen zu dürfen, weil ihr das sonst niemand glauben würde. Sie fragte, ob heute der Tag der Nacktheit sei. Ich antwortete ihr, dass ich dies nicht genau wüsste, weil für mich jeder Tag ein Tag der Nacktheit sei.
21/26 Wandergruppe
21/26 Wandergruppe 22/26 Zur Sängerhöhe 23/26 Auf dem letzten Abstieg
Beim Abstieg entstand oberhalb von Waltersdorf ein offizielles Gruppenfoto. Danach durchquerten wir auf einem schmalen Pfad durch ein Feld die Sängerhöhe, ein Platz mit Sitzbänken und Bäumen: Sehr praktisch, weil gerade Regen einsetzte. Der Deutsche Wetter-Dienst (DWD) behielt reht mit der zeitnahen Prognose des Regens von 15:50-16:10 Uhr. Wir erreichten auf Wiesenwegen einen offiziellen Barfuß-Lehrpfad als Abschluß der Wanderung.
24/26 Der Barfuß-Erlebnispfad
24/26 Der Barfuß-Erlebnispfad 25/26 Das Ziel ist in Sicht 26/26 Am Anziehpunkt
Den Tag ließen wir in der Gaststätte & Pension »Zum Wanderfreund«, 02799 Großschönau OT Waltersdorf, Herrenwalde 8, Familie Horn, ausklingen. Ein in jeder Hinsicht professionelles Paar bediente 30 Menschen flink, superfreundlich, hatten trotzdem noch Zeit für Späßchen. Die Qualität der Speisen und deren Präsentation auf dem Teller war exzellent. Wer in der Gegend ist, dem sei dieser Tipp empfohlen! – Bericht und Fotos: Rainer