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Wanderungen in der Sächsischen Schweiz - SNT 2/2

Di 20: Carolafelsen, Breite Kluft und Schrammstein-Aussicht

Die »Schrammsteine« gehören schon viele Jahre lang zu den regelmäßigen Zielen während der Sächsischen Nacktwanderwoche bzw. den Sächsischen Naturistentagen. Für 2021 hatte Martin eine bisher noch nicht genutzte Route ausgewählt. Sie begann mit dem »Jordanweg«, wo es über Waldboden schon leicht bergan ging. Dann musste jeder für sich die Entscheidung treffen, ob er durch die »Zahme Hölle« (leichtere Variante) oder die Kletterpfade des »Großen Doms« (schwierigere Variante) den weiteren Aufstieg machen wollte. Um die Entscheidung zu erleichtern, hatte Martin in seiner Wanderbeschreibung beide Optionen detailliert erläutert.
Diskutieren und entscheiden - dann geht es aufwärts
1/10: Eine Entscheidung steht an Auf der Treppe geht's bergan Ausblick vom Carolafelsen Was gibt's dort zu sehen? In den Steinen kann man kraxeln üben Oder auf allen Vieren laufen Die Aussicht am »Spieß«, einer Steinnadel
Nach einer ersten Pause auf dem »Carolafelsen« mit einer weiten Aussicht ins Land ging es zunächst weiter Aussicht am »Spieß« und zur »Breiten Kluft«, wo man sich zum Gruppenfoto positionierte. Danach machten wir uns auf den Weg zum »Wildschützensteig«, dessen steile Leitern und Treppen hinauf zur »Schrammstein-Aussicht« führen. Wir wählten allerdings für unsere Rast einen abseits der Besucherströme gelegenen Platz, dessen Zugang etwas versteckt liegt. Einige von uns besuchten aber von dort aus noch die touristische, mit Geländern gesicherte Aussichtsplattform.
Gruppenfoto auf der »Breiten Kluft«
8/10: Breite Kluft
Schließlich machten wir uns an den letzten, großen Abstieg: Dieser führte über steile Treppen und fast senkrechte, recht lange Leitern aus Stahl, später über leichter begehbare Holzstufen mit geringerem Gefälle 70 Höhenmeter nach unten. Nach weiteren 100 Höhenmetern Abstieg über einen steinigen, von Wurzeln durchwachsenen Pfad landeten wir an der Kirnitzsch - und, wer wollte, zu einem Erfrischungsbad in ihren Fluten.
Rainer
Rast auf den Schrammsteinen <i>Foto: Martin</i>
9/10: Rast Foto: Martin Kartenausschnitt

Mi 21: Schöna mit Kaiserkrone und Zirkelstein

Im Tal hinauf nach Schöna warteten wir und andere geduldig, bis Polizei, THW und Feuerwehr Entwarnung gaben und Fahrzeuge passieren konnten: Ein Baum war umgestürzt und musste zunächst aus dem Weg geräumt werden. Wir sahen enorme Flutfolgen wie Schlamm, angeschwemmte Gegenstände aller Art, vor allem aber am Straßenrand entsorgten Hausrat, der durch zuvor erfolgte Überflutung von Häusern zerstört worden war.
Großes Gedränge auf der »Kaiserkrone«
1/9: Kaiserkrone Kaiserkrone Kaiserkrone-Panorama
Auf einem Wanderparkplatz am Rande von Schöna starteten wir unsere Wanderung zunächst bekleidet, da der Weg ein Stück weit durch den Ort führte, und erreichten vor dem Aufstieg zur »Kaiserkrone« den Ausziehpunkt. Die Kaiserkrone hat ihren Namen vor langer Zeit erhalten, weil ihre Silhouette aus der Ferne wie eine Kaiserkrone aussah. Oben gibt es zwei Aussichten auf Steinen, zu denen Treppen und Leitern führen.
Pause am See oder Pause im See
4/9: Pause im See
Mit einem Sprung über den Bach und die Grenze
5/9: Grenzsprung Zirkelstein Zirkelstein
Wir folgten dann dem »Forststeig« bis zu einem Teich, an dem wir eine Rast einlegten. Nach einer Weile erreichten wir den Gelobt-Bach, der dort entlang der deutsch-tschechischen Grenze fließt. Aufgrund von Topologie und Bewuchs mussten wir mehrmals Bach- und damit die Grenzseite wechseln.
Danach wurde es schottrig: Eine Forstpiste war nicht zu vermeiden. An der als Trinkwasser-Quelle ausgewiesenen, tröpfelnden Ziska-Quelle konnten wir ein wenig Trinkwasser auftanken. Schließlich nahmen wir den letzten Aufstieg zum Zirkelstein über Stufen und Leitern, um die 360°-Aussicht zu nutzen.
Rainer
Rückkehr zum Ort Schöna
8/9: Rückkehr nach Schöna Kartenausschnitt

Do 22: Rund um den Schmilkaer Kessel

Wir parkten in Schmilka nahe der deutsch-tschechischen Grenze am Ufer der Elbe und gingen bekleidet entlang der Bundesstraße bis zum Beginn des ersten Aufstiegs. Der erfolgte auf einem bewaldeten Steilhang über gefühlt mehrere hundert Treppenstufen. Abwärts ging es dann auf einer Schotterpiste, die aufgrund spitzer und kantiger Steine eine Schonung der Fußsohlen durch Sandalen erforderte.
Heute sollte es jede Menge Aussichten geben
1/14: Aussicht
Bald erreichten wir den Punkt der Entscheidung für jeden einzelnen, welcher Schwierigkeitsgrad des nachfolgenden Aufstiegs wohl der richtige sei. Zur Auswahl standen drei Varianten. Zusammen mit ein paar anderen wählte ich den leichten Aufstieg über die »Heilige Stiege« zum »Reitsteig«, der keine Klettererfahrung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert, sondern gemütlich über ca. 900 Stufen sowie ein paar Leitern nach oben führt.
Treppen und Leitern sorgen für bequemen Aufstieg
2/14: Stiegen steigen Treppen und Leitern sorgen für bequemen Aufstieg Treppen und Leitern sorgen für bequemen Aufstieg Treppen und Leitern sorgen für bequemen Aufstieg Der Felsenkessel - eine spezielle Steinformation Der Felsenkessel - eine spezielle Steinformation
Die meisten wählten die mittelschwierige Kletter-Variante über die »Rotkehlchenstiege« und dann weiter entlang des »Terrassenwegs« zur »Heiligen Stiege«, darunter sogar ein 79-Jähriger. Hut ab! Auch alle, die sich für die schwierigste Strecke über die »Starke Stiege« und dann weiter entlang des »Terrassenwegs« zur »Heiligen Stiege« entschieden hatten, kamen gut oben an. Der eine oder andere lernte dabei aber auch die Grenzen seiner Kletterfertigkeit kennen.
Blick zu den gestrigen Zielen Kaiserkrone und Zirkelstein
8/14: Blick zu den Zielen von gestern Die Heilige Stiege - Stärkung tut not Die Heilige Stiege Jetzt eine Rast
Wieder vereint, wanderten wir noch ein paar hundert Meter auf fast gleichbleibender Höhe über »Zurückesteig« und »Reitsteig« bis zur Aussicht »Frühstücksplatz«, um eine wohlverdiente Pause mit einer Aussicht auf Kaiserkrone, Zirkelstein und die Böhmische Schweiz zu genießen.
Gruppenfoto auf dem Frühstücksplatz
12/14: Frühstücksplatz Malerische Steine Kartenausschnitt
Der Abstieg nach Schmilka gestaltete sich schwierig, weil zuvor herabstürzendes Wasser zusätzliche Hindernisse aufgebaut hatte. Mit Umsicht und gegenseitiger Hilfe gelang auch diese Passage barfuß, während der folgende, steile Abstieg erneut von spitzen und kantigen Steinen geprägt war, so dass die Fußsohlen wieder nach Abpolsterung verlangten.
Schmilka durchquerten wir dann mit leichter Notbekleidung und machten auf der Rückfahrt noch einmal Station beim Restaurant am »Lichtenhainer Wasserfall«. Zuvor nahm ich noch ein Bad in der Kirnitzsch. Ein paar Kinder auf der Brücke fragten mich, was ich an der Kirnitzsch gemacht hätte. Ich habe ihnen erklärt, dass ich vom Wandern verschwitzt war und mir Schweiß und Staub von der Haut waschen und mich erfrischen wollte. »Das ist schlau!«, hörte man dazu aus Kindermund.
Rainer

Fr 23: Rückschau und Ausblick

Die Sächsischen Naturisten-Tage (SNT) fanden vom 15. bis 23. Juli 2021 statt. Die meisten Teilnehmer nutzten das Angebot der Organisatoren, in der »Ottendorfer Ferienhütte« Quartier zu nehmen, andere wählten Camping oder die regionale Zimmervermietung. Gemeinsam mit Tagesgästen kamen des öfteren mehr als 30 Teilnehmer*innen zusammen.
 
Geprägt wurde die Woche durch das mit Starkregen verbundene Unwetter am 15./16. Juli, das zu vielen Zerstörungen und Überschwemmungen führte. Es fiel zwar hier nicht ganz so zerstörerisch aus wie am selben Tag in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, vernichtete aber auch hier einige Existenzen und viele Werte.
 
Unter diesem Eindruck drückten die Teilnehmer*innen bei einem abschließenden Mittagessen am 23. Juli ihren Dank an die Organisatoren aus und wünschten einander eine gute Zeit und ein gesundes Wiedersehen bei den nächsten SNT ab 18. Juli 2022.