Das Angebot zum Nackt-Biking im Taunus stößt auf Interesse [03.08.22]

Information im Nacktivitäten-Kalender
Seit ein paar Wochen gibt es auf der ↗ natury Anmelde-Seite bzw. im  Nacktivitäten-Kalender das Angebot, an nackten Mountainbike-Touren im Taunus teilzunehmen. Ralf hat nun seinen Erfahrungsbericht geschrieben, der sich spannend liest:

Erfahrungsbericht zu den Nackt-Mountainbike-Touren im Taunus [03.08.22]

Als ich mal wieder bei Natury.de und  getnakedgermany im Internet gesurft habe, da kam mir getreu dem Motto #einfachMachen die Idee, dass ich doch mal das Nacktbiken für mich ausprobieren könnte. Ich muss sagen, ich habe es während Corona doch ein wenig an Disziplin mangeln lassen und dachte das ist eigentlich eine gute Motivation, wenn ich zwei sehr angenehme Dinge miteinander verbinden könnte. Nacktsein und körperliche Bewegung, was sollte es da schöneres geben?
1/4 Das E-Mountain-Bike
1/4 Das E-Mountain-Bike
Der Sommer 2022 meint es temperaturtechnisch ja wirklich gut mit uns, also bin ich rauf auf’s E-Bike und Richtung Oberursel aufgebrochen. Erst einmal geht es textil durch die Stadt Richtung Hohemark. Am Taunus-Informations-Zentrum geht der Weg dann Richtung Feldberg. Zuerst noch recht belebt von vielen Menschen, die mit ihrem Hund Gassi gehen, biegt der Weg dann nach etwa 500m in den Wald ein.
„Nun ist der richtige Zeitpunkt, die Klamotten abzulegen“ dachte ich bei mir, doch noch immer sind vereinzelte Wanderer unterwegs und ich denke: “Das kann ich jetzt doch noch nicht machen“, schließlich habe ich schon ein wenig Bammel, ob es da eventuell Stress gibt.
Daher verschiebe ich den Zeitpunkt des Entkleidens ständig weiter nach hinten. Doch dann bleibe ich stehen, sage mir „#einfachMachen“, ziehe mir die Klamotten aus und ich fühle mich endlich frei. Meine innere Stimme, die mich die ganze Zeit davon abhalten möchte schweigt und ich fühle endlich die Waldluft, die herrlich warmen Sonnenstrahlen auf der Haut und bin stolz, dass ich den Schritt gewagt habe.
Nun geht es im Lichtkleid weiter. Für mich beginnt nun eine wunderbare Fahrt hinauf Richtung Fuchstanz. So intensiv habe ich die Tour, die ich bislang nur textil gemacht habe, noch nie wahrgenommen. Die Luft ist würzig vom Geruch des Harzes und der Rinden, die am Wegesrand liegen. Rechts plätschert ein Bach und die Sonne scheint immer einmal durch das Blätterdach und auf der Haut spürt man den ständigen Unterschied von Sonne und Schatten.
Und alles kann ich unmittelbar spüren. Ich fühle mich frei und unendlich glücklich und stolz, dass ich mir dieses Erlebnis gönne. Aber ich bin auch sehr dankbar, dass man sich in diesem wundervollen Land dieses Erlebnis schenken darf.
Mit dem E-Bike verliert der teilweise doch recht heftige Anstieg seinen Schrecken. Zwar komme ich trotzdem ganzschön ins Schwitzen, aber das liegt zum größten Teil an den warmen Temperaturen. Allerdings merke ich, dass es viel angenehmer ist, als wenn ich jetzt ein nasses Trikot am Körper kleben hätte.
Ich biege um eine lang gezogene Kurve und die erste Begegnung steht mir bevor. Eine Familie mit Hund kommt mir entgegen. Plötzlich durchzuckt es mich und ich denke, ob das eventuell ein Problem werden könnte. Mit einem freundlichen Hallo begegne ich der Familie, die mich anlächeln und schon ist die Begegnung vorüber. Mit gestärktem Bewusstsein, dass ich hier nichts anrüchiges mache geht es den Berg weiter hoch und ich genieße jeden Moment!
Kurz vor dem Sandplacken, wo ich kurz einer Landstraße folgen muss um eine Kreuzung zu überqueren wird mir noch einmal mulmig. Sollte ich eventuell etwas überziehen, denn Begegnungen mit PKW’s sind hier wirklich zahlreich. Ich überlege einen Moment und denke dann für mich: „Den Mutigen gehört die Welt“ und fahre nackt auf die Landstraße. Die Begegnungen verlaufen sehr freundlich, die meißten Autofahrer hupen und winken, ich lächle und winke zurück, nach kurzem Warten an der Kreuzung habe ich die andere Landstraße passiert und es geht wieder in den Wald zurück. Am Sandplacken mache ich kurz Pause, trinke etwas und genieße die Sonne, die warm scheint.
2/4 Naturgenuss pur: Ein Mountain-Biker
2/4 Ein Mountain-Biker
Dann geht es Richtung Hintertaunus nur noch bergab. Der Fahrtwind ist warm und trocknet den Schweiß des Aufstiegs schnell. Ich fühle mich großartig, selbstbewusst und frei. Die Abfahrt ist ein Genuss. Es bleibt Zeit für ein kleines Foto und nach 10 weiteren Minuten ist der Wald dann zu ende. Es geht in die nächste Ortschaft. Vorher also kurz angehalten und mit einem weinenden Auge die Klamotten angezogen. Das kostet mich wirklich Überwindung, ich würde am Liebsten direkt umkehren und noch den ganzen restlichen Tag nackt über die verschiedenen Waldwege fahren.
Aber am nächsten Donnerstag mache ich die Tour ja wieder!

Der nächste Donnerstag ist da... [03.08.22]

Schwups ist er da, der Donnerstag. Voller Vorfreude sitze ich den ganzen Tag im Home-Office und gucke draußen nach dem Wetter. Dies ist für diesen Donnerstag nicht besonders dolle, am Vormittag regnet es wie aus Eimern, aber es soll zum Mittag hin wieder trocken werden.
Der Sommer 2022 meint es temperaturtechnisch ja wirklich gut mit uns, also bin ich rauf auf’s E-Bike und Richtung Oberursel aufgebrochen. Erst einmal geht es textil durch die Stadt Richtung Hohemark. Am Taunus-Informations-Zentrum geht der Weg dann Richtung Feldberg. Zuerst noch recht belebt von vielen Menschen, die mit ihrem Hund Gassi gehen, biegt der Weg dann nach etwa 500m in den Wald ein.
Egal, wie sagt man immer: Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung…. Huch, die will ich doch weglassen. Um 16:20 Uhr bin ich wieder am Info-Zentrum. Mittlerweile war die Anzeige auf natury.de eine Woche online, leider hat sich niemand gemeldet. Ich mache die Hinweis-Schilder zur Tour an meinem Rad fest. Drauf steht: Sei nackt, sei frei, sei mit dabei! Ich warte noch ein paar Minuten und fahre dann gegen 16:30 Uhr auf die Strecke. Dieses mal warte ich bis zu dem nahen Wald und lege dann meine Klamotten ab und verstaue sie in der Gepäcktasche. Anfangs ist es mit 24 Grad fast ein wenig frisch. Ich radel los und freue mich an dieser wunderbaren Erfahrung. Kurz darauf an der Holzbrücke, die über den kleinen Bach führt muss ich absteigen und das Rad schieben. Am anderen Ende stehen 3 Biker und begrüßen mich mit lachenden Gesichtern. Wir kommen kurz ins Gespräch und ich drücke ihnen einen Flyer von getnakedgermany in die Hand, auf der ein paar Fakten zum Nacktsport in Deutschland stehen. Wir verabschieden uns und zwei der Biker sagen noch, dass sie nie so mutig wären, das selbst mal zu probieren. Ich verabschiede mich mit den Worten, dass den Mutigen die Welt gehört und ich mich freuen würde, wenn sie ihre Meinung mal ändern sollten.
3/4 Ein Biker und sein Mountain-Bike
3/4 Ein Biker und sein Mountain-Bike
Leider ist es heute nicht wirklich sonnig, das tut dem Erlebnis aber keinen Abbruch. Die Tour ist wundervoll und die Eindrücke und das unmittelbare Erlebnis der Natur am eigenen Körper ist großartig. Durch die Steigung des Weges wird mir schnell warm, aber ich schwitze kaum und merke, wie optimal diese Bedingungen sind, um nackt auf dem Rad zu fahren. Der weitere Weg ist menschenleer und ich biege auf den Höhenweg zum Sandplacken ein und kurz darauf kommt mir eine ganze Wandergruppe entgegen. Ein fröhlicher Ausruf kommt aus der Gruppe, gefolgt von einem fröhlichen „Hallo“ und schon bin ich freundlich winkend an der Gruppe vorbei. Ich denke bei mir, dass ich sehr froh bin, wie entspannt die Begegnungen verlaufen und denke noch, dass ich das schon viel früher hätte probieren sollen.
Ich genieße aber den Moment und die herrliche Erfahrung und freue mich über meine Entscheidung dies für mich umgesetzt zu haben. Etwas später habe ich mein Ziel erreicht und streife mir mit ein wenig Wehmut meine Klamotten über.

Eine Woche später... [03.08.22]

Eine Woche später warte ich wieder am Info-Zentrum, mache gerade die Schilder am Rad fest, da spricht mich ein netter End-Dreißiger an und fragt ob ich Ralf sei. Wir kommen ins Gespräch und stellen fest, dass wir beide überzeugte Naturisten sind und freuen uns darauf, die schöne Tour zu fahren. Pünktlich geht es los und am Wald legen wir unsere Klamotten ab und verstauen diese. Gleich von Beginn an, unterhalten wir uns angeregt und genießen das gemeinsame Erlebnis der Tour. Die Kilometer vergehen wie im Flug und die Begegnungen fallen in Gemeinschaft gleich noch viel freundlicher aus. Der ein oder andere Wanderer guckt zweimal hin, als wir gemeinsam nackt die Wege zum Sandplacken hochfahren. Die Querung der Landstraße ist gar kein Thema, fröhliche Reaktionen und vereinzeltes Hupen, dann sind wir auch schon wieder zurück im Wald. Am Sandplacken entschließen wir uns, die Tour zur Saalburg zu verlängern. Wir nehmen einen Mountainbike-Trail, den mein Mitfahrer mit seinem Fully souverän nimmt und ich mich mit meinem Hardtail doch ruppig durchschüttelt.
4/4 Diesmal zu zweit
4/4 Diesmal zu zweit
Aber die Tour ist klasse! Bald sind wir in der Nähe der Saalburg, noch schnell die Nummern getauscht und ein Erinnerungsfoto gemacht, dann trennen sich unsere Wege. Für mich geht es in den Hintertaunus, mein Mitfahrer fährt noch weiter nackt zurück. Als ich mir die Klamotten wieder anziehe, blicke ich ihm ein wenig neidisch hinterher und freue mich bereits auf den nächsten Donnerstag.
Wer nun vielleicht Lust darauf hat, ebenfalls an einer Tour teilzunehmen, der meldet sich bitte bei mir:  ralf(at)xoras.de oder ihr kommt einfach Donnerstags zum Taunus Informationszentrum (Hohemarkstrasse 192 / 61440 Oberursel). Pünktlich um 16:30 Uhr beginnt die Tour. Haltet einfach Ausschau nach meinem E-Bike und sprecht mich an, wenn ihr teilnehmen möchtet.
Nach etwa 500m geht der Weg in den Wald, ab dort wird dann nackt gefahren. Die Klamotten ziehen wir erst kurz vor Ende der Tour wieder an. Es handelt sich nicht um einen Rundkurs. Wer wieder zurück zum Startort kommen muss, der kann dies entweder mit dem Rad machen, oder nimmt die Taunusbahn, die über Bad Homburg wieder nach Oberursel führt.
Bei Erreichen der Ortschaftsgrenzen wird empfohlen, wieder textil zu fahren, da der Polizei nur die Strecken außerhalb der geschlossenen Ortschaften angekündigt sind.
Da es sich nur um eine initiierte Tour handelt, erfolgt die Teilnahme auf eigene Gefahr und Risiko. Die Polizei ist über die Touren informiert, bislang gab es diesbezüglich auch noch keine Probleme.
Viele Grüße euer Ralf

 Der Bericht als PDF-Datei