nackt leben

Mehr Menschen

Wie jede andere (tierische oder pflanzliche) Population neigt auch der Mensch dazu, sich zu vermehren. zuwachsJede Population vermehrt sich so lange, bis sie an ihre natürlichen Grenzen stößt. Für die Menschheit ist der Spielraum nicht mehr groß: Die Möglichkeiten zu Welternährungsproduktion sind limitiert, schon jetzt leidet eine halbe Milliarde Menschen unter Hunger. Zwar besitzt der Mensch wie keine andere Art von Lebewesen durch Wissenschaft und Technik die Fähigkeit, auch ehemals unfruchtbares Land fruchtbar zu machen und auf diese Weise mehr Nahrung zu erzeugen, doch die Grenzen des Wachstums (so ein berühmter Buchtitel aus der 1960er Jahren) sind sichtbar und werden immer deutlicher.

In vielen FroschlaichNatursystemen hat sich bezüglich des Wechselspiels zwischen verschiedenen Populationen ein gewisses Gleichgewicht eingestellt: Der abgelegte und befruchtete Laich wurde z. B. von anderen Tieren als Delíkatesse geschätzt, ein Teil der geschlüpften Jungtiere war leichte Beute für wieder andere Tiere, und nur der (oft kleine) Teil der geschlüpften Tiere, die es schafften, erwachsen zu werden, hatten die Chance, sich erneut zu vermehren.

Der Mensch hat sich aufgrund seiner Kreativität gegenüber pflanzlichen und tierlichen Populationen fast aller Art durchgesetzt, er wird nur noch durch wenige, hartnäckige Krankheiten bedroht wie z. B. durch multiresitente Keime. Im übrigen hat er sich - biblisch gesprochen - die Welt untertan gemacht. Dennoch bietet unsere Welt nur begrenzten Platz, und dies müssen wir in unserem Tun berücksichtigen.

Naturisten setzen sich dafür ein, dass u. a. die katholische Kirche ihre Vorbehalte gegenüber Verhütungsmitteln aufgibt und besonders in den Gesellschaften in den Ländern und Kontinenten, in denen jetzt schon Mangel und Hunger herrschen, durch Schulung, Aufklärung, Bildung und Arbeit die Menschen in die Lage versetzt werden, ihre Bevölkerungsentwicklung - wie in entwickelten Ländern üblich - auf ein Nullwachstum zu bringen.

Weniger Gift

Der Mensch produziert zahlreiche Gifte oder andere lebensvernichtende Stoffe, die zu einem Teil nicht wieder abgebaut werden können und deshalb sicher in Lagern verschlossen abgelegt werden müssen - für Jahrmillionen. Die meisten dieser Stoffe und Altlasten sind Neben- oder Abfallprodukte von Technologien, die dem Menschen auch Vorteile bringen - wie z. B. die Energiegewinnung oder die Gewinnung seltener Metalle oder anderer Rohstoffe.

atomausstiegAtommüll steht in der Liste dieser Schadstoffe ganz oben. In keinem Land der Welt, das Atomanlagen betreibt, gibt es ein sicheres Endlager-Konzept - wahrscheinlich ist eine sichere Endlagerung auf der Erde gar nicht möglich.

Giftmuelldeponie

Auch andere giftige, umweltzerstörende Chemikalien aus vielfältigen Prozessen werden in Lagern gesammelt oder haben ganze Areale dauerhaft vergiftet oder unbewohnbar gemacht.

Naturisten setzen sich dafür ein, langlebige Giftstoffe möglichst gar nicht zu erzeugen und zu verwenden - und rechtzeitig vor dem Einsatz eine sichere Entsorgung zu planen und sicher zu stellen.

Weniger Plastik

Bilder von Müllhalden, die zu einem großen Teil aus PlastikStrandgut bestehen und von Kindern nach Verwertbarem durchsucht werden, erreichen uns aus vielen Armutsbereichen in Asien, Afrika, Südamerika und anderen wenig entwickelten Regionen.

Die Flut an Plastikmüll, der inzwischen die Weltmeere Plastikmuellverdreckt hat, bedroht die Ernährung der gesamten Weltbevölkerung. Das Mikroplastik sammelt sich im Magen der kleinsten Meeresbewohner, Sie verhungern mit vollem Magen, weil der Mageninhalt nicht verdaut und ausgeschieden werden kann. plastik im fisch plastik im wal Größere Plastikbrocken sammeln sich in den Mägen von größeren Fischen.

Auch sie verhungern, weil ihr Magen voll mit Plastik ist und sie keine Nahrung mehr aufnehmen können. Selbst in den Mägen von Walfischen befindet sich Plastikmüll, u. a. auch Plastiktüten. Selbst diese großen Tiere verenden an nicht stillbarem Hunger - bei mit Müll gefülltem Magen.

Diese Kette des Verhungerns zieht sich von den kleinsten bis hin zu den größten Meeresbewohnern - und den Seevögeln geht es nicht besser. Auch sie schnappen immer häufiger Plastikteile aus dem Wasser auf, weil sie sie von Nahrung nicht unterscheiden können. Auch ihr Magen füllt sich mit Plastik, das sie nicht ausscheiden können, so dass sie mit gefülltem Magen verhungern.

Naturisten fordern, den Einsatz von Plastik drastisch einzuschränken, und unverzichtbare Plastik-Gegenstände einem kompletten Recycling zuzuführen.

Weniger Dünger

Über Jahrtausende hatte der Mensch gelernt, seine Felder mit dem natürlichen Dung seiner Haustiere zu düngen. Kunstdünger brachte gezielt chemische Stoffe in den Boden, die das Wachstum und die Fruchtbarkeit von Pflanzen massiv steigerten.

Düngemittel-Einsatz in Deutschland und anderswoMit den neuen Düngeverfahren musste der Mensch dann lernen, dass der Boden nach einigen Jahren gar nicht mehr zum Anbau von Pflanzen taugte sondern sich erst auf natürliche Weise regenerieren musste, bevor er wieder als Acker genutzt werden konnte. Inzwischen setzt er auf wechselnden Anbau verschiedener Planzen mit verschiedenen Düngemitteln.

Mehr und mehr landen aber Bestandteile der Düngemittel im Grundwasser und damit im Trinkwasser - das noch immer das wichtigste Naturprodukt, dem wir Menschen unser Leben verdanken, aber nicht nur wir.

Naturisten fordern, den Einsatz von Düngemitteln drastisch zu reduzieren - andere Länder zeigen, dass die Landwirtschaft auch mit weitaus weniger Einsatz zu einem hinreichenden Ertrag kommt und die Gefahr ausgelaugter Böden deutlich reduziert wird.

Weniger Pestizide

Pestizide Noch schlimmer sind die Bestandteile der Pestizide, die in unserem Trinkwasser landen und mit aufwändigen Methoden wieder entfernt werden müssen, um uns vor Gesundheitsschäden zu schützen. Der ungehemmte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft soll eigentlich der Reduktion von Schädlingen und der Reduktion von pestizid luegestörenden („Schad-„) Pflanzen auf dem Acker dienen - er gefährdet aber inzwischen die Existenz allen Lebens auf der Erde, auch und insbesondere unser eigenes.

Buchtipp: A. Leu, Die Pestizid-Lüge. Zitat: "So orientieren sich etwa die Richtwerte, ab wann Pestizide schädlich (und damit verboten) sind, stets nach einem gesunden Erwachsenen. Dass ein Großteil der Bevölkerung, nämlich unsere Kinder, bei diesen Werten bereits massiv gefährdet sind, wird verschwiegen."

In den letzten 30 Jahren hat sich die Population an Insekten um 75% reduziert. Zahlreiche Arten sind bereits ganz verschwunden, die meisten drastisch an Zahl reduziert. Gesprochen wird am meisten vom Bienensterben, da die Rolle der Bienen zum Bestäuben der Pflanzen weit bekannt ist. Weniger bekannt ist aber, dass die Bienen nur einen sehr kleinen Teil der Bestäubungsarbeit an unseren Pflanzen leisten - überwiegend übernehmen das alle möglichen anderen Insektenarten.

Von vielen Insektenarten haben insekten sterbenwir die komplexe Rolle, die sie in der Natur spielen, noch gar nicht verstanden - und trotzdem gehen wir mit dem Verspritzen von Pestiziden die Gefahr ein, ihren Nutzen unwiederbringlich zu verlieren!

Buchtipp: A. Segerer/ E. Rosenkranz, Das große Insekten-Sterben. Zitat: "Was wir mit den Insekten verlieren, ist nicht allein das Fundament eines intakten Ökosystems; mit dem Aussterben der Bestäuber steht die Nahrungsmittelversorgung für unzählige Menschen auf dem Spiel."
Video-Doku: Das große Insektensterben, ARTE DE, abrufbar über Mediathekview

Es spricht einiges dafür, dass die Welt der Insekten für das Leben der Menschen ebenso unverzichtbar ist wie das Leben der Milliarden von Mikroben, die in unserem Magen und Darm dafür sorgen, dass wir unsere Nahrung verdauen und Energie zum Leben daraus gewinnen können. Ohne eine solche Koexistenz mit Mikroben in unserem Magen-Darm-Trakt würden wir in kürzester Zeit sterben.

Naturisten fordern, auf den Einsatz von Pestiziden weitgehend zu verzichten, weil bei einem ausufernden Einsatz außer den Bienen auch alle anderen Insekten bedroht sind, die wir für die Befruchtung aller Pflanzen unbedingt brauchen.

Fotos: Eigene | Usenet | commons.wikimedia.org

Weiter: Stimme der Naturisten

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