Wartest du auch darauf, dass in der Nähe deines Wohnorts Nacktivitäten wie Nacktwanderungen oder ‑radeltouren angeboten werden? Und wie lange wartest du schon vergeblich? Als ich mich vor rund 20 Jahren für Nacktivitäten zu interessieren begann, war das in meiner Umgebung (Münsterland, Sauerland) genauso: Es gab nix. Für meine erste Nacktwanderung im Taunus bin ich 250 km angereist — hauptsächlich um zu erleben, wie so etwas abläuft.
Nach diesem Ersterlebnis habe ich meine erste eigene Wanderung vor meiner Haustür im Sauerland initiiert — und wir waren gleich 20 Teilnehmer. Danach habe ich immer häufiger eigene Wanderungen angeboten, 10 bis 12 pro Saison, nicht nur im Sauerland sondern z. B. auch im Münsterland, im Weserbergland und in der Rhön (ich arbeitete damals oft in Bayern und reiste zum Wandern schon am Wochenende an). Zu einer späteren Wanderung im Sauerland meldeten sich 55 Leute an — so große Wanderparkplätze gab es dort gar nicht!
Interesse ist also überall vorhanden — es muss nur jemand die Initiative ergreifen. Damit du Events in deiner Nähe wirst genießen können, wird vermutlich auch deine eigene Initiative nötig sein… Immerhin kann das ansteckend sein: Bei meiner ersten Wanderung im Sauerland (Arnsberger Wald) gab es vier Teilnehmer, die danach selbst Initiatoren wurden. An deren Events habe ich dann natürlich genauso gern teilgenommen!
Philip, Journalist bei der FAZ und durch die auffällig helle Körperfarbe erkennbar, begleitete uns während meiner ersten Nacktwanderung am 22. Juni 2008 im Arnsberger Wald.
Sein Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung legte offen, dass er sich als absoluter FKK-Neuling unter uns Nacktwanderern in etwa so fühlte wie ein Raucher bei einer Nichtraucherparty. Allerdings hat er sich während der Wanderung nichts anmerken lassen!
Was brauchst du, um selbst Initiator für eine Nacktivität zu werden?
Für eine Wanderung oder eine Radeltour brauchst du eine Route, die du so gut kennen solltest, dass du den Weg sicher wiederfindest. Mit Hilfe eine Navigations-App (z. B. OsmAnd, Organic Maps) gelingt das gut. Die Route sollte an einem Parkplatz beginnen und enden, der als Treffpunkt, Start und Ziel dient.
Außerdem brauchst du z. B. eine E‑Mail-Adresse, an der sich die Teilnehmer anmelden können, und mit der du den angemeldeten Teilnehmern den Treffpunkt verrätst. Diese Mail-Adresse kann extra für Event-Aktivitäten angelegt sein, damit deine Privat-Adresse privat bleibt.
Schließlich brauchst du eine Möglichkeit, dein Event anzukündigen, damit mögliche Interessenten davon Kenntnis bekommen und sich anmelden können. Die bekannteste Basis dafür ist der ⤻ natury Nacktivitäten-Kalender, eine andere das ⤻ Forum FKK-Freunde. Im Nacktivitäten-Kalender kannst du (auf einfache Mail-Anfrage an info[at]natury.de) ein Anmeldeformular verwenden, in das etwa Mussfelder nach deinen Vorstellungen eingebaut werden können. Ein Vorteil eines solchen Formulars ist es auch, dass deine E‑Mail-Adresse nicht offen im Internet sichtbar ist.
Warum werden die meisten Nacktivitäten initiiert und nicht organisiert?
Wenn jemand eine Nacktivität initiiert, dann teilt er anderen mit, dass er die Absicht hat, an einem bestimmten Termin und Ort z. B. nackt zu wandern oder zu radeln. Wer Lust hat, darf den Initiator gern begleiten – auf eigene Verantwortung und eigenes Risiko.
Wenn jemand eine Nacktivität organisiert, dann ist er Organisator oder Veranstalter. Organisator wird man automatisch, wenn man organisatorisch tätig wird, also irgend einen Teil des Evensts “organisiert”. Als Organisator oder Veranstalter unterliegt man der sogenannten Veranstalterhaftung. Das bedeutet, dass man im Fall eines Schadens, den Teilnehmer (auch durch eigene Unvorsichtigkeit!) erleiden oder verursachen, u. U. für diesen Schaden haftet. Gegen solche Folgen kann man sich durch eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung absichern. Lies mehr dazu im ⤻ wikipedia-Artikel zu Veranstaltern und den damit verbundenen Pflichten. Als Initiator (der nichts organisiert oder veranstaltet) unterliegt man keiner solchen Haftungspflicht.
Wären Menschen dazu bestimmt, nackt zu sein,
dann wären sie nackt geboren worden.
Oscar Wilde

