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Saisonstart im Taunus 23

Im Taunus

Mountainbike-Saisonstart 2023 im Taunus [27.06.23]

Ein wunderbarer Start in eine neue Saison, gefüllt mit vielen, schönen Nackt-Mountainbike-Touren rund um den Feldberg im Taunus – kleiner Rückblick auf einen herrlichen Mai und Juni 2023

Am 04.05.2023 starteten wir nach einem tristen und regenreichen Winter und Frühjahr die diesjährige Nackt-Mountainbike-Saison unserer Gruppe. Zwar waren die Temperaturen mit etwa 17 Grad noch ganz schön frisch, aber die wunderbare Sonne lockte uns einfach nach draußen, und gefühlt lag die Saison 2022 schon so weit zurück, dass wir uns von den frischen Temperaturen nicht haben abhalten lassen.

Meinem treuen Mitfahrer erging es genauso, und daher trafen wir uns zu bestem Radelwetter an unserem Treffpunkt am Taunus-Informationszentrum in Oberursel und radelten dann wie üblich erst einmal die ersten 600m textil bis zum Entkleidepunkt im Wald.

1(7) Unsere Info-Grafik über die Touren1(7) Unsere Info-Grafik über die Touren

Was für ein herrliches Gefühl, nun endlich wieder frei und ganz hautnah dieses Ereignis zu erleben, das Schattenspiel auf der Haut, die Temperaturschwankungen zwischen lichtem Weg und Wald und dann die wunderbaren Gerüche des aufkeimenden Lebens um uns herum. Ich fühlte mich sofort wieder als Teil der Natur und sog jeden Moment der Tour in mich auf.

Mit Daniel hatte ich wieder viel Gesprächsstoff, aber manchmal saßen wir auch einfach nur auf dem Rad und genossen es, uns auf dem Waldweg langsam in die Höhe zu schrauben.

Ich machte schon über den Winter recht viel Werbung auf Facebook, und so kamen langsam auch die ersten Gäste zu den Touren hinzu, und so fuhren wir dann sogar einmal insgesamt zu sechst über die schönen Taunuswege. Und bei den Gesprächen stellten wir fest, dass wir alle eine ähnliche Vergangenheit hatten. Lange haben viele der Mitfahrer nach einer Möglichkeit gesucht, um mal nackt auf dem Rad die Natur genießen zu können, und freuten sich sehr über das Angebot der Touren, von dem sie einstimmig begeistert waren.

2(7) In Gesellschaft fährt es sich einfach am besten2(7) In Gesellschaft fährt es sich einfach am besten

So haben wir nun schon 2-3 recht regelmäßige Mitfahrer gewinnen können und auch Mitfahrer dazu bewegt, solche Touren doch auch in ihrem Heimatgebiet selbst zu initiieren.

Nun ist es mittlerweile schon Mitte Juni, und wir sind oft auch noch zusätzlich an den Sonntagen, dann allerdings schon um 13 Uhr gefahren, da das Wetter einfach hervorragend war und wir über Facebook auch viele Anfragen nach einem Termin am Wochenende erhalten hatten.

Auf Nachfrage hin: Auch Sonntagstouren [27.06.23]

Die Sonntagstouren verliefen ebenfalls top, allerdings muss man schon sagen, dass die Wege rund um den Feldberg schon sehr frequentiert sind, wir hatten teilweise hunderte von Begegnungen, die allerdings auch immer sehr entspannt verliefen. An einem der ersten Sonntage sind wir dann auf dem Sandplacken, wo wir ein kurzes Stück über eine Landstraße fahren, um eine Bundesstraße zu überqueren, direkt in eine Polizeikontrolle geraten. Der Polizist bat uns kurz zu erklären, was wir hier machen würden. Schnell wurde mit dem § 118 OWiG gewedelt, aber ich erklärte ihm, dass ich die Dienststellen in Bad Homburg und Oberursel bereits im März über unsere Touren informiert hatte und dort auch meine Kontaktdaten hinterlassen hätte, falls sich doch mal jemand durch unsere Nacktivität gestört fühlen würde. Nach einer kurzen Rückfrage bei der Leitstelle wurde uns dann noch eine gute Fahrt gewünscht, und wir beendeten unsere Tour mit der wohl verdienten Abfahrt durch den Taunus.

3(7) Wegezustand gut3(7) Wegezustand gut

Da ich selbst hinter dem Taunus in Neu-Anspach wohne, unser Treffpunkt aber vor dem Taunus in Oberursel liegt, bin ich in diesem Jahr dazu übergegangen, die Anfahrt über den Taunus mit dem Rad zu machen und nicht wie im Vorjahr mit der Taunusbahn. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich mich dadurch noch mehr sportlich bewegen kann, ich nutze diese Gelegenheit auch, die Anfahrt bereits nackt für mich ganz allein zu genießen. Zwar brauchte auch dies anfangs ein wenig Überwindung, aber ich genieße diese fast schon meditativen Momente sehr, wenn ich mich ganz in das Erlebnis meiner Nacktheit fallen lassen kann.

4(7) Schon die alten Römer kannten den richtigen Undress-Code4(7) Schon die alten Römer kannten den richtigen Undress-Code

Auch hier gab es bislang keinerlei negativen Reaktionen bei den Begegnungen. Ich bin sehr dankbar, dass ich in unserem schönen Land solch wunderbare Momente erleben darf.

5(7) Immer die Orientierung behalten5(7) Immer die Orientierung behalten

Das „gesehen werden“ gehört zu den Touren schon als fester Bestandteil dazu. Dabei geht es nicht um eine Form des Präsentierens, sondern darum, für die Nacktivitäten auch zu werben.

Wir bemühen uns um Akzeptanz und darum, dass unsere natürliche Nacktheit in der Natur zur Kenntnis genommen und toleriert wird. Das versuchen wir mit viel Freundlichkeit und Offenheit zu erreichen, ohne uns dabei aufzudrängen.

Es ist selbstverständlich, dass wir hierbei im Respekt vor den Begegnungen uns auch einmal entschuldigen, falls sich jemand unangenehm fühlt, wenn wir da nackt auf dem Rad des Weges daherkommen, und uns für die Toleranz bedanken.

Aber wir haben auch schon das ein oder andere nette, kurze Gespräch über unsere Motivation geführt. Und für solche Gelegenheiten bin ich sehr dankbar.

Wir haben bislang an jedem Termin mindestens einen, teilweise bis zu vier Mitfahrer gewinnen können, die von dem Erlebnis sehr begeistert sind. Dabei kamen die Teilnehmer aus Mainz, Bonn, Solingen, Gießen, dem Main-Kinzig-Kreis, dem Lahn-Dill-Kreis oder direkt aus Oberursel. Eines hatten wir alle gemeinsam: Nach der Tour fuhren wir alle beseelt von einer großartigen Erfahrung wieder nach Hause.

6(7) Blick vom Altkönig auf die Frankfurter Skyline6(7) Blick vom Altkönig auf die Frankfurter Skyline

Wenn Du nun vielleicht durch diesen Bericht neugierig auf solch eine tolle Nacktivität geworden bist und es selber auch einmal ausprobieren möchtest, dann gucke Dich im Terminkalender einmal nach einer für Dich passenden Gelegenheit um und probiere es mal aus!

Vielleicht kommst Du uns mal im Taunus besuchen, oder Du meldest Dich zu den wundervollen Naturistentagen an (Thüringer Naturistentage, Sächsische Naturistentage, Westfälische Naturistentage). Gelegenheiten gibt es viele, nur den Schritt zur Teilnahme musst Du selbst machen!

7(7) Unser Motto7(7) Unser Motto

Ralf Sprenger, E-Mail Taunus-Nackt-Mountainbike@t-online.de

Facebook: Taunus-Nackt-Mountainbike-Gruppe

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Nacktwanderungen 2008

Nacktwandern 2008

Insgesamt 44 Fotos

Luftikus’ Taunus-Wanderung [27.04.08]

Zur Auftaktwanderung 2008 im Taunus herrschte stabiles Frühlingswetter, und die Sonne erreichte uns fast ungehindert durch das noch sehr dünne LaubdachBild 1: Nacktwandern im Taunus
Die von Luftikus initiierten Taunus-Wanderungen waren über mehrere Jahre hinweg der Auftakt der Nacktwandersaison, oft schon im April, manchmal Anfang Mai. Treffpunkt war meist ein großer Pendler-Parkplatz oder an einem Einkaufszentrum, so dass man von dort aus in Kolonne mit begrenzter Auto-Anzahl zum eigentlichen Startpunkt der Wanderung fuhr.
Die April-Wanderung 2008 war für 24 Teilnehmer die Gelegenheit, bei noch dünnem Frühlingsgrün an den Bäumen, aber heiterem, stabilen Wetter den Osttaunus zu erkunden. Jüngste Teilnehmerin war ein fünfjähriges Mädchen, das sich darüber freuen konnte, während der zweiten Hälfte der Wanderung auf den Schultern ihres Großvaters getragen zu werden – die kurzen Beine hatten bis dahin schon genug Arbeit geleistet.
Ihr Bruder und ihr Cousin, beide 9 Jahre alt, mussten aber die gesamte Strecke auf eigenen Beinen zurücklegen – dem Alter entsprechend war das aber kein Problem – sie sprangen fröhlich und spielend noch ein paar Kilometer zusätzlich hin und her. Noch beeindruckender war für mich die Wanderkondition eines knapp 80-jährigen Mitwanderers, der zwar Walking-Stöcke einsetzte, aber damit ein so strammes Wandertempo vorlegte, so dass ich (rund 20 Jahre jünger) Mühe hatte, mitzuhalten…

Pfingst-Nacktwanderung im Rothaargebirge [11.05.08]

Das Rothaargebirge zieht sich vom Raum Siegen nach Nordosten bis zum Kahlen AstenBild 2: Karte
Seit 2004 initiiert Horst Pfingstwanderungen im Rothaargebirge oder den angrenzenden Berglandschaften. 2008 war es also bereits das fünfte Mal, dass eine Nacktwanderung am Pfingstsonntag das Ziel zahlreicher Naturisten aus einem weiten Umkreis wurde. 58 Frauen, Männer und Kinder trafen sich auf dem Parkplatz des Rhein-Weser-Turms, der die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser markiert.
An diesem Rastplatz kamen uns keine Reiter sondern Radfahrer entgegen, denen wir natürlich auch unseren Pfingstgruß entgegen riefen.Bild 11: Während der Rast radeln Radfahrer vorbei
Die kalten Temperaturen zwischen 12° und 15° der Vorjahreswanderung, die überdies von anhaltendem Regen begleitet wurde, waren nur noch Gegenstand einiger Grusel-Geschichten, die während der Wanderung erzählt wurden – nur Luftikus trotzte 2007 den Wetterverhältnissen und blieb die gesamte Wanderung über ohne Kleidung (hat er jedenfalls erzählt).
Diesmal sollten aber Sonnenschein und angenehme Luft bis zu 23° den passenden Rahmen schaffen, um Pfingsten in angemessenem Outfit zu feiern. Die 14 km der Strecke führten zunächst fast 200 Höhenmeter abwärts ins Tal, danach fast wieder auf die Ausgangshöhe zurück, um nach einer erneuten Talwanderung mit dem Schlussanstieg die verbliebenen Kraftreserven auf die Probe zu stellen. Den Abschluss bildete dann eine Einkehr im Garten-Restaurant des Rhein-Weser-Turms.

Erste Nacktwanderung im Sauerland [22.06.08]

Bei der ersten Nacktwanderung im Sauerland wurden wir von Philipp begleitet, einem Reporter für die FAZ am Sonntag. Er geht auf dem Bild ganz links und hat von allen Wanderern die hellste Haut.Bild 20: Im Arnsberger Wald
2008 war auch das Jahr, in dem die erste Nacktwanderung im Sauerland stattfand. Mir hatten die Wanderungen im Taunus und im Rothaargebirge zwar sehr gut gefallen, aber ich wollte nicht für jede Nacktwanderung erst einmal 200 km mit dem Auto fahren müssen – und zurück.
Das Sauerland lag bei mir vor der Haustür, und im nahen Ruhrgebiet – so die in Erfüllung gegangene Hoffnung – gab es genügend interessierte Naturisten, die nur darauf warteten, dass jemand in der näheren Umgebung eine Nacktwanderung initiierte.
Am 22. Juni war es dann so weit: 19 Teilnehmer trafen zur Premiere am Wanderparkplatz ein, zogen sich aus und wanderten los. Einer von ihnen war Philipp, ein Reporter der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der im Auftrag seiner Redaktion mitwanderte und einen Bericht über die noch junge Freizeit-Aktivität „Nacktwandern“ schreiben sollte – der erschien dann auch eine Woche später in der FAZ am Sonntag.
Die Durchquerung der Heeve ließ sich kaum jemand nehmen, obwohl im Wald versteckt auch eine Holzbrücke in der Nähe war.Bild 22: Die Furt im Heevebach
Die Wanderung verlief unter warmem Frühsommerhimmel fröhlich und harmonisch durch ein Gebiet, das noch sehr deutlich die Wunden zeigte, die der Orkans „Kyrill“ im Januar 2007 geschlagen hatte. Aber nach Abschluss unserer Wanderung setzte während der Rückreise erneut ein überraschend heftiger Sturm ein, der wiederum einige Bäume umwarf und mehrere der Teilnehmer auf dem Heimweg zu Umwegen zwang oder in Staus zusätzliche Zeit kostete. Natürlich waren wir alle sehr froh, dass der Sturm nicht schon losgelegt hatte, während wir noch im Wald wanderten!

Nacktwanderungen südlich von Warstein [31.08. und 06.09.2008]

Die Reihe der Sauerland-Nacktwanderungen wurde alsbald fortgesetzt. Nach einer Regen-Wanderung im Juli starteten wir Ende August östlich von Warstein bei Kallenhardt zum Lörmecke-Turm, nicht ohne die schon mindestens seit der Altsteinzeit bis zur vorrömischen Eisenzeit von Jägern genutzte Höhle »Hohler Stein« zu besuchen.
Bei Kallenhardt besuchten wir den »Hohlen Stein«, eine Höhle, die mindestens seit der Altsteinzeit von Jägern genutzt wurde.Bild 23: Zur Höhle »Hohler Stein«
Unser Besuch am Lörmecke-Turm, der wohl mehrere Anfragen von Spaziergängern beim Ordnungsamt Warstein zur Folge hatte, veranlasste den Ordnungsamts-Leiter zunächst zu der Ankündigung, gegen das Nacktwandern vorgehen zu wollen. Doch er wurde vom Bürgermeister davon abgehalten, der in der neuartigen Wanderbewegung auch eine Chance sah, den Tourismus zu verstärken.
Vor diesem über 40 m hohen Riesen wirkt der Umriss des nackten Wanderers sehr bescheiden.Bild 26: Der Lörmecke-Turm
Anfang September wanderten wir erneut südlich von Warstein bei Stimmstamm mit einem Dreh-Team von Christian Dassel, der für das WDR Fernsehen einen Beitrag produzieren wollte.
Dieser wurde dann ein paar Wochen später in der „Aktuellen Stunde“ gesendet und sorgte dafür, dass ich in meiner Stadt Beckum beim Einkaufen, Spazierengehen oder auch per Telefon von Freunden, Nachbarn, Bekannten und auch vielen Unbekannten auf mein Hobby angesprochen wurde und ganz oft erklären musste, dass nacktes Wandern ein wunderschönes und intensives Natur-Erleben bedeutet!

Nacktwanderung südlich von Iserlohn [28.09.08]

Am 28. September war es noch einmal so warm, dass die letzte Nacktwanderung der Saison südlich von Iserlohn stattfinden konnte.Bild 33: Begegnung im Balver Wald
Im September neigte sich die Saison wetterbedingt dem Ende zu, aber für den 28. war noch eine Wanderung südlich von Iserlohn bei Stephanopel initiiert. Auch hier führte der Wanderweg wieder vielfach durch von „Kyrill“ geprägte, wüste Landschaft: Große Hangflächen, die zuvor noch von dichtem Wald bestanden waren, erlaubten freien Blick über zertrümmerte Holzreste.
Nunmehr hatte auch die Ruhrgebiets-Presse das Thema »Nacktwandern« entdeckt, und in der Westfälischen Rundschau (WR) erschien ein paar Tage später ein Bericht über unsere Iserlohn-Wanderung. Inzwischen waren die Sauerland-Nacktwanderungen zu einer festen Einrichtung geworden – und 2009 sollte es weitergehen!