Sa 26. Aug: Nacktperformance über dem Münsteraner Hafenbecken [26.08.17]
Elf Frauen und Männer betraten am Samstag Abend nackt die Plattform “On Water” der Künstlerin Ayse Erkmens, die im Rahmen der Skulpturen-Projekte Münster im alten Hafenbecken installiert worden war. Mit den Füßen unter Wasser auf der Plattform schreitend waren auf Brust und Rücken der Performance-Künstler aufgemalte Buchstaben sichtbar, die zum einen das Wort “NATÜRLICH” und zum anderen das Wort “LEBENSWERT” bildeten – das Motto der Stadt Münster.
Durch einige Drehungen und Wendungen konnten die Worte abwechselnd von allen Seiten gelesen werden, und zum Schluss der Darbietung gab es von den geschätzt 3000 anwesenden Münsteranern sogar einen kleinen Beifall.
WNT: Unsere Nackt-Performance auf dem Steg [29.08.17]
Nach rund einer halben Minute drehen sich alle Aktivisten um und zeigen auf ihrer Brust den Schriftzug “NATÜRLICH.” und das Logo der Stadt Münster. Naturismus ist eben natürlich. Die in roten T-Shirts steckenden Security-Jungs müssen wir beruhigen: “Wir machen hier ein Kunstprojekt!”
Jetzt stehen wir anders herum, und die Menschen auf der Ufer-Seite mit den vielen Restaurants können endlich lesen: “LEBENSWERT.” Dafür ist von hier aus “.HCILRÜTAN” von hinten nach vorn zu erkennen.
In allen 4 Positionen haben wir etwa eine halbe Minute ausgeharrt. Jetzt ist unsere Botschaft angekommen, und wir gehen zurück zum Ufer. Es kommt Beifall auf. Danke!
Am Ufer steht einer von uns und diskutiert mit einer jungen Familie über die gerade gelaufene Aktion. Die drei Kinder im Alter von 4, 6 und 8 Jahren fanden das alles voll gut, die beiden Eltern genauso.
Münster ist eben LEBENSWERT, das wissen hier alle, deshalb leben sie ja hier, NATÜRLICH!
Fotos: Thomas
Westfälische Nachrichten und Münstersche Volkszeitung berichten [29.08.17]
Die Westfälischen Nachrichten und die Münstersche Volkszeitung berichten über unsere Nackt-Performance vom Sanstag Abend und stellen die Aktion im Rahmen der Skulpturen-Projekte Münster 2017 dar.
Do 24. Aug: Nacktwanderung in der Hohen Ward [24.08.17]
20° zeigte das Thermometer, als sich 20 Nacktwanderer und -wanderinnen auf dem Parkplatz auszogen und ihre Wanderung begannen. Die Sonne schaute nur vereinzelt durch die Wolken und brauchte einige Zeit, um die Luft auf 24° am Nachmittag zu erwärmen. Bald gewannen die Wanderteilnehmer ein Bild davon, wie intensiv das Gelände zur Trinkwassergewinnung genutzt wird. Überall traf man auf Brunnen und Entnahmestellen z. B. zur Messung der Wasserqualität. Am Wasserwerk von 1908 konnte man einen Probeschluck kosten.
Aber die Stadt Münster denkt auch an die Wanderer und Spaziergänger im Wald und warnt davor, dass der Eichenprozessionsspinner Allergien und Gesundheitsstörungen verursachen kann.
Eine gruselige Geschichte erzählt auch die bronzene Tafel auf dem Freistuhl, einem Gerichtsplatz, in dessen Nähe 13 Schädel Gerichteter gefunden wurden, die durch einen von oben nach unten durch den Schädel getriebenen Nagel, der unterhalb des Kinns umgebogen war, im wahrsten Sinn des Wortes “mundtot” gemacht wurden – irgendwann gegen Ende des Mittelalters.
Schließlich erreichte die Wandergruppe den Dortmund-Ems-Kanal in Höhe der Eisenbahnbrücke der Strecke Hamm-Münster, wo sich einige der Teilnehmer eine Abkühlung in den Fluten gönnten. Zum Abschluss des Tages gab es im Restaurant Prinzenbrücke eine angemessene, leckere Stärkung nach der 17 km langen Wanderung, wobei sich alle darüber wunderten, dass es dabei laut Navi kumuliert je 396 m bergan und bergab ging.
Do 24. Aug: Nacktwanderer findet bekleidetes Handy in der Hohen Ward [25.08.17]
Am Donnerstag Abend traf bei natury eine E-Mail ein: “Wir haben heute Vormittag wahrscheinlich eine Gruppe von Ihnen im Hiltruper Wald getroffen. Mein Freund hat dort bei unserem Spaziergang sein Handy verloren und hofft, dass einer der Wanderer das Handy vielleicht gefunden hat.”.
Die Mail-Rundfrage an alle Wanderteilnehmer ergab die Antwort von Jens: “…dann ist es wohl das Handy deines Freundes, das ich gefunden habe. Da ich als dritter unserer Gruppe an der Stelle vorbeikam, habe ich nur die Leute vor mir nach dem Verlust gefragt. Da bin ich ja froh, das wir das Handy dem Besitzer zurückgeben können.” Alles wird gut!
Fr 25. Aug: Nacktwanderung oder Radeltour bei Altenberge [25.08.17]
Heute gab es vom selben Startpunkt aus für 9 Fußgänger(innen) eine Nacktwanderung über 26 km und für 12 Radfahrer(innen) eine Nacktradeltour über 52 km. Das Wetter bot für beide Unternehmungen sonnige und bis zu 25° warme Bedingungen, die auch wieder einige zu einem Bad im See einluden.
Die Radelgruppe hatte zahlreiche Begegnungen unterschiedlicher Art: Mit Menschen, mit Pferden und mit Polizisten – letztere hatten mehrere Anrufe erhalten und über 2 Stunden ihrer Dienstzeit nach den nackten Radlern gesucht. Was sie veranlasste darum zu bitten, dass sie zukünftig über ähnliche Events vorab informiert werden – dann könnten sie Anrufer gleich am Telefon beruhigen: “Wir wissen das, die tun nichts Schlimmes”. Außerdem stellten wir fest, dass mancherorts der Radweg so schmal ist wie eine Einbahnstraße – aber mit Gegenverkehr gerechnet werden muss.
Bericht eines Mitwanderers der Wanderung am Freitag 25. Aug. [29.08.17]
Sa 26. Aug: Nacktwanderung am Venner Moor [26.08.17]
Am Samstag stand eine Nacktwanderung durchs und am Venner Moor auf dem Programm. 24 Naturist(inn)en fanden sich bei heiter bis wolkigem Himmel zusammen, wobei die Temperatur im Laufe der Wanderung auf 26° stieg.
Den Hof Woermann durchquerten wir bei dieser Wanderung auch wieder – der Landwirt hatte sich aufgrund unserer Wanderung 2012 im Internet über Nacktwandern informiert und Kontakt mit uns aufgenommen. Danach ging es weiter zum Dortmund-Ems-Kanal und durchs Venner Moor zum Pausenplatz. Viele der uns entgegen kommenden Wanderer stellten uns Fragen zum Nacktwandern, die wir gern ausführlich beantworteten.
Nach der Rast begegneten wir einem Ausflugs-Wagen mit einer Grupppe junger Frauen, die sonst regelmäßig eine Stammtischrunde bilden, aber heute ihren Jahresausflug machten. Ihr Lachen und Rufen schreckte ein ganzes Rudel Rehwild im benachbarten Wald auf, das wir nachher noch auf einer Lichtung beobachten konnten. Auf unserem Start- und Ziel-Parkplatz trafen wir noch einmal auf den Party-Wagen mit der Schar junger Frauen, die sich – wohl animiert durch uns Nacktwanderer – auf das Spiel “Kleiderkette auslegen” einigten und sich auch (fast ganz) auszogen.
So 27. Aug: Nacktwanderung bei Merfeld [27.08.17]
Der Sonntag war der letzte Tag der WNT-Nachholtermine. Er bot bei heiterem Wetter und Temperaturen bis 25° ebenso gute Bedingungen für Nacktivitäten wie die Tage zuvor. 16 nackte Wanderinnen und Wanderer zwischen 30 und 80 Jahren legten eine Strecke von ca. 15 km im Raum Merfeld zurück. Einen Teil der Strecke konnte man statt auf Wegen in einem Bach waten. Wer das tat, erkannte, dass es auch im Münsterland Steigungen gibt: Der Bach wies auf einer Strecke von 1 km drei (künstlich angelegte) Wasserfälle mit einer Fallhöhe von je etwa 30 cm auf.
Ebenso gehörte zur Wanderung ein Abstecher zu den Merfelder Wildpferden und zum Schluss eine Stärkung im Restaurant Waldfrieden, bevor der diesjährige Reigen der Naturisten-Wochen zu Ende ging.
Wanderung im Lahn-Dill-Bergland am Sonntag, den 20.08. [22.08.17]
Bericht und Fotos: Horst K.
NEWT (Naked European Walking Tour) in Österreich [06.08.17]
In diesem Jahr trafen sich 48 Nacktwander(innen) aus USA, Irland, Großbritannien, Niederlanden, Belgien, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Slowakei und Singapore in Österreich. Ein großes Haus in der Gemeinde Wildschönau in Tirol bot Unterkunft. Die Kommunikationssprachen waren Englisch, Deutsch und Französisch. Gesprochen wurde auch noch Flämisch / Niederländisch und Slowakisch. So konnten wir uns begegnende Wander(innen) auch in deren jeweiliger Muttersprache grüßen und Fragen beantworten. Bei Bedarf hätten wir auch noch Spanisch, Portugiesisch, Chinesisch und Russisch anbieten können.
Manch ein(e) Wanderer(in) trug in einem besonders großen Rucksack eine Paraglider-Ausrüstung von der Bergstation des Markbachjochs ein paar hundert Meter zum nächsten Wiesenhang, z.T. sogar bis hinauf zum Rosskopf (ca. 300 m Höhenanstieg). Die Mühe wurde diesen Sportler(inne)n dann anschließend durch einen Gleitflug in der schönen Landschaft mit diesem beeindruckenden Bergpanorama belohnt.
10 von uns schliefen im Zelt abwechselnd auf der Wiese vor dem Haus und unterwegs in den Bergen. Alle zwei Tage kehrten sie zu den Hausbewohnern zurück, um gemeinsam zu essen, den Abend im Gespräch zu verbringen, Erfahrungen und Ideen auszutauschen. An einem Abend wurden Bilder von Nacktwanderungen in den USA und in Europa präsentiert.
Auf sechs Wanderungen konnten wir die wunderschöne Umgebung erkunden, manche Bergspitze erklimmen, die Panoramen u.a. mit Blicken auf den Wilden Kaiser und manchen mit Eis und Schnee bedeckten Gipfel von dort oben bewundern, uns immer mal wieder in Bergseen und Bächen erfrischen. Insgesamt wanderten wir ca. 75 km und stiegen dabei ca. 4300 m auf und wieder ab.
Einmal überraschte uns beim Abstieg auf einer Schotterpiste ein Gewitter – nicht sehr lange, aber mit Starkregen. Trotz Rucksack mit integriertem Regenschutz wurde doch mancher Inhalt feucht. Bei Rückkehr zu unserer Unterkunft strahlte die Sonne bereits wieder vom blauen Himmel. Schnell waren die feucht gewordenen Sachen auf dem Hof ausgebreitet und dank der vorhandenen Stahlungswärme im Nu wieder trocken.
Mit Einheimischen kamen wir wiederholt ins Gespräch und erfuhren so, dass unsere Nacktwanderungen aktuelles Gesprächsthema im ganzen Tal von Wildschönau und darüber hinaus seien.
Kinder, die uns in Gruppen mit Ihren Erzieher(innen) oder mit ihren Eltern begegneten, lachten fröhlich, hatten offenkundig viel Spaß damit und bestimmt hinterher anderen darüber zu berichten.
Eine Sennerin, mit der wir uns längere Zeit auf ihrer Alm unterhielten, bat uns, unsere Vermieterin von ihr zu grüßen, worüber diese sich sehr freute.
Einmal kam sogar ein Paar im Auto zu uns. Beide Insassen erwiderten freundlich winkend unseren Gruß. Nachdem sie an uns vorbeigefahren waren, hielt das Auto an, eine Frau stieg aus und bat um eine Erinnerungsphoto, was wir ihr gerne gewährten. Von ihr erfuhren wir, dass ein Senner uns gesehen und sie angerufen hätte. Ihr Mann habe sie darauf gefragt, ob »sie heute nackt kasen (Käse herstellen) sollten«. Sie fand die Idee toll, war sich aber nicht sicher, ob dies mit den Hygieneregeln zu vereinbaren sei. So kamen sie auf die Idee, wenigsten zu uns zu fahren und um ein Erinnerungsphoto zu bitten.
Unsere Vermieterin teilte uns beim Abschied mit, dass wir ihr angenehme Gäste gewesen und jederzeit wieder willkommen seien.
Bericht und Fotos: Rainer














