Startpage nl20a  en20a  d20a  f20a  eo20a

Die Entwicklung der Kleidung ist bei den einzelnen autochthonen (indigenen) Völkern ("Naturvölkern") sehr unterschiedlich verlaufen. In den warmen Gebieten der Erde lebten viele Völker bis in die Zeit ihrer "Entdeckung" durch die Europäer, zum Teil auch darüber hinaus, ganz ohne Kleidung. Beispiele dafür finden sich sowohl in Afrika, im Amazonasgebiet, in Südasien, der Karibik wie in der Südsee.

Die notwendige Rahmenbedingung dazu war ein gesellschaftlicher Konsens, der sexuelle Übergriffe untersagte bzw. verhinderte, so dass ein ungestörtes, friedliches Zusammenleben überhaupt erst möglich war. Welche Mittel und Wege die einzelnen Völker dazu fanden, um diesen Konsens zu erlangen und durchzusetzen, ist leider weitgehend unerforscht geblieben, weil die europäischen "Entdecker" auch gleichzeitig Missionare der Kleidungsindustrie waren.

Man weiß jedoch, dass es auch in völlig nackt lebenden Gesellschaften z. B. Blick-Tabus gab: So war es meist verboten, den Blick auf dem Geschlecht seiner Mitmenschen oder auf den Brüsten der Frauen ruhen zu lassen. Wer es doch tat, wurde als Spanner bestraft oder geoutet. Man schaute den Mitmenschen halt ins Gesicht - die Entwicklungsgeschichte dieser menschlichen Kulturleistung ist also uralt! Trotzdem soll es heute noch zurückgebliebene Exemplare geben, die diese Elementar-Regel menschlichen Zusammenlebens nicht beherrschen.