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1949 wurde der Deutsche Verband für Freikörperkultur (DFK) als Dachverband für die FKK-Vereine in der BRD gegründet, außerdem auch die (unabhängige) FKK-Jugend. 1953 erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister. Ungeachtet seiner Nähe zu den Nationalsozialisten, die Richard Ungewitter schon früh mit seinen Büchern "Nacktheit und Aufstieg. Ziele zur Erneuerung des deutschen Volkes" (1920) und "Rettung oder Untergang des deutschen Volkes. Nur für Deutschgeborene!" (1921) dokumentierte, wurde er 1953 83-jährig zum Ehrenmitglied des DFK ernannt.

In der konservativ geprägten BRD der 50er Jahre blieben die FKK-Aktivitäten auf die Vereinsgelände beschränkt, allerdings entstanden etwa in Jugoslawien und Frankreich auch die ersten FKK-Urlaubsziele.

Anfang der 60er Jahre nahm dann das Interesse an FKK deutlich zu. Bei Kampen auf Sylt entstand wieder der öffentliche Nacktbadestrand, über den in der Presse zahlreiche Berichte erschienen. Gleichzeitig gab es einen massiven Mitglieder-Zuwachs bei den FKK-Vereinen.

Die gesellschaftlichen Umbrüche, die mit der 1968er-Bewegung eingeleitet wurden, machten das Thema Nacktheit populär und etwa auf der Theaterbühne zum häufig verwendeten Ausdruckmittel. Auch für neue Lebens-Konzepte wie Kommunen, antiautoritäre Kindererziehung und Lockerung von Partnerbindungen spielte der sehr viel freier gewordene Umgang mit dem nackten Körper seine Rolle.

An Flüssen, Seen und Kanälen entstanden zahlreiche Nacktbadeplätze, die zwar meist nur geduldet wurden, aber in vielen Fällen in der offiziellen Ausweisung eines Nacktbadeplatzes mündeten. Ende der 70er Jahre eroberten die Nackerten den Englischen Garten in München, und nach vergeblichem Versuch der Polizei, das Nacktsonnen und -baden zu unterbinden, gab die Stadtverwaltung einen großen Teil der Anlage zum nackten Aufenthalt frei. Andere Parks in anderen Großstädten folgten.

Bis zum Zusammenschluss mit den neuen Bundesländern 1989 war der Höhepunkt der Entwicklung hin zum FKK jedoch überschritten. In den Vereinen wurde der Altersdurchschnitt langsam höher, weil der Nachwuchs ausblieb - für die jungen Leute waren die Nacktbade-Alternativen außerhalb der Vereine attraktiv genug.

Außerdem setzte eine Tendenz ein, dass die Jugend das Interesse an FKK mehr und mehr verlor. Um 2010 berichtete ein 18-jähriger Abiturient, der an mehreren Nacktwanderungen teilgenommen hatte: "Meinen Mitschülern darf ich nichts davon erzählen, sonst bin ich völlig unten durch. Die halten alle gar nichts davon." Ablesbar ist das auch an der Zahl der Nackerten im Englischen Garten: In den 80er Jahren hielten sich hier an warmen Tagen tausende meist junge Nackte auf, heutzutage nur noch selten an die 100 eher ältere.

Im DFK sind in den 70er Jahren 150.000 Mitglieder in Vereinen aktiv gewesen, 2015 waren es noch 45.000. Aus den Statistiken der FKK-Reiseveranstalter schätzte man im Jahr 2000 die Zahl der deutschen FKK-Urlauber auf ca. 8 Millionen.