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Der § 118 OWiG

Das Ordnungswidrigkeiten-Gesetz (OWiG) OWiGenthält im § 118 eine wenig präzise, sehr interpretationsfähige Formulierung:

Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen.

 

Die zunehmende Beliebtheit des Nacktwanderns führt des öfteren dazu, dass uninformierte Bürger sich an Polizei oder Ordnungsbehörden wenden um zu fragen, ob Nacktwandern überhaupt erlaubt sei. Allerdings geben auch Ordnungsämter oder Polizeisprecher häufig die falsche Auskunft "Wenn sich jemand belästigt fühlt, schreiten wir ein!". Tatsächlich ist es völlig unerheblich, ob sich "jemand" belästigt fühlt. Es müssen schlicht alle 3 Voraussetzungen, die im § 118 genannt sind, erfüllt sein.

 

Aussagen der Polizei und eines zuständigen Sachgebiets-Leiters

In einem Zeitungs-Artikel »Nacktwandern ist keine Belästigung« der Westfälischen Nachrichten vom 18.10.2018 wird ein Polizeisprecher zitiert: So ungewöhnlich manchem diese Freizeitgestaltung auch erscheinen mag: Naturgenuss auf solche Art und Weise ist durchaus legitim. "Nacktwandern ist nicht unter Strafe gestellt", erklärte Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding auf WN-Anfrage. Unter gewissen Umständen könnte es sich allenfalls um eine Ordnungswidrigkeit handeln.

In diesem Sinne äußerte sich auch der zuständige Sachgebiets-Leiter in Senden. Die Zeitung WN: Das bestätigte auch Stefan Vorspohl. "Nacktwandern ist im Sinne des Gesetzes keine Belästigung der Allgemeinheit. Solange ausschließlich gewandert wird, ist nicht dagegen vorzugehen", fasste der Sachgebietsleiter "Bürgerservice und Ordnung" im Sendener Rathaus die Rechtslage zusammen.