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Die Idee, nackt zu tanzen, war bei uns in den letzten Jahren immer wieder präsent, allerdings fehlten uns die passenden Räumlichkeiten dafür.

Für unseren jeweils im Winterhalbjahr stattfindenden nackten Stammtisch mussten wir uns nun eine neue "Bleibe" suchen, da die Gaststätte, in der wir den Winter zuvor mehrmals sehr gut getafelt hatten, leider abgerissen worden war. Einen gastronomischen Ort zu finden, der FKK-geeignet ist und selbige Teilnehmer ebenfalls noch gerne aufnimmt, ist auch in Hamburg nicht ganz einfach. Aber wir wurden auch dieses Mal fündig, und die neue Location führte uns mit der großzügigen Raumgestaltung und der vorhandenen Tanzfläche fast schon automatisch zum Thema: Tanzen – nackt!

Am Samstag, den 22. März 2014 war es soweit, 38 tanzfreudige Fkklerinnen und Fkkler hatten sich von nah und fern angesagt: Aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland, von der Mosel, sogar aus Bayern, und natürlich Hamburg und den benachbarten Bundesländern kamen die Freunde des nackten Tanzes. Ein Teilnehmer hatte die Tanznacht mit seiner Reise verknüpft. Dazu unten mehr.

Stärkung für die lange Tanznacht gab es am Buffet. Mit dem Lied "Nackedei" wurde der Tanz eröffnet. Bis 2 Uhr nachts tanzten wir dann; manche Paare geübten Schrittes zusammen, alle anderen auseinander.

Ich selbst hatte vorher noch nie nackt getanzt, und umso länger ich tanzte, umso besser gefiel es mir. Die nackten Gäste waren in dem halbdunklen Raum verteilt. Einige unterhielten sich an der Bar, andere saßen auf den Sofas und schauten den Tänzerinnen und Tänzern zu. Deren Körper wurden in wechselndes, buntes Licht getaucht und wippten und drehten sich im Rhythmus der Musik. Umherfliegende Lichtpunkte schnellten über ihre Umrisse.

Ich tanzte auch und es war so wunderbar egal, ob die Bewegungen und Verbiegungen des Körpers nun gerade gut aussahen oder nicht, ob wir rund oder schlank, alt oder jung waren. Einer blieb stehen und spielte Luftgitarre und ich freute mich und dachte an meine Teenagerjahre.

Die Musik, das bunte Licht und das nackte Tanzen ließen für mich und vielleicht auch für andere einen geschützten Raum entstehen, in dem wir so sein durften, wie wir waren. Und so tanzten wir nicht nur zur Musik, sondern wiegten uns in der guten Stimmung und schauten in freundliche und lachende Gesichter.

Die Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war positiv, und so fiel gleich noch in dieser Nacht die Entscheidung, dass im Herbst 2014 die nächste nackte Tanznacht steigen wird.

Und nun zu Alfred! Er war aus der Nähe von Bielefeld kommend mit dem Fahrrad zu unserer Tanznacht aufgebrochen. Für ihn war es eine Premiere, sich per Rad auf den weiten Weg zu machen. Seit seiner Geburt, inzwischen ist er 57 Jahre jung, kann Alfred seine rechte Hüfte nicht richtig nutzen, und das Bein ist verkürzt und gelähmt. So benötigt Alfred zum Gehen eine Beinprothese und Gehstützen.

 

Sein Fahrrad ist ein Trike-Rad, hat also 3 Räder. 40 Kilogramm Gepäck fanden dort Platz. Alfred übernachtete während seiner Reise draußen unter einer Plane, unter die auch sein Fahrrad passte. Mit so viel Gepäck war die Bergauffahrt im Teutoburger Wald schon eine Quälerei, bergab ging es dann aber ganz prima bis zur ersten Übernachtung direkt an der Weser.

Nach weiteren 4 Tagen und Nächten und gut 270 Kilometern kam Alfred wie geplant bei unserer nackten Tanznacht an. Die Räume waren warm, das Essen stand bereit, und einige Teilnehmer kannte Alfred bereits. Nach dem Tanzen übernachteten 11 Teilnehmer und Alfred in den Räumen, 5 weitere Teilnehmer übernachteten in ihren Wohnwagen und Wohnmobilen auf dem Hof. Nach dem gemeinsamen, nackten Frühstück am nächsten Morgen blieb Alfred noch 2 Tage in Hamburg, campierte am Boberger See und badete morgens in den kalten Fluten.

Weiter ging es nach Mecklenburg-Vorpommern. Nördlich von Dömitz besuchte er für 3 Tage einen FKK-Bekannten. Dann ging er auf Heim-Kurs. Nach 3 Wochen und über 600 geradelten Kilometern kam Alfred wieder wohlbehalten zuhause an. Alfred schreibt, dass diese Reise ihm Mut gemacht hat, zukünftig ähnliche Touren zu unternehmen.

Ihr könnt es nun Alfred gleich tun und zu unserer nächsten Tanznacht nach Hamburg radeln. Mit der Bahn oder dem Auto ist der Ort des Geschehens aber auch sehr gut zu erreichen. Unabhängig vom Fortbewegungsmittel seid Ihr herzlich willkommen! Unsere Kontaktdaten findet Ihr auf www.nacktiv-hamburg.deBericht: Sonja