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NacktradlerInnen

Man kann es schon als gute Tradition bezeichnen. Die Hamburger Nacktivisten haben, wie im Vorjahr, zum Treffen auf Friedhelms und Margrets Naturistengehöft in Mecklenburg-Vorpommern eingeladen.

Wetterbedingt wurde das Treffen auf den Samstag vorgezogen, so hatten wir Sonne satt. Zunächst brachen wir zu einer kurzen Nacktradeltour auf. Unter Leitung von Friedhelm fuhren wir auf verschlungenen Waldwegen und asphaltierten Wirtschaftswegen, es ging vorbei an quicklebendigen Bächen und stillen Entwässerungskanälen.

Vorbereitung zum Abendessen

Hier, ca. 40 km nordöstlich der Elbe, war vom schrecklichen Hochwasser nichts zu spüren. Eine kleine Pause am Bachlauf nutzte Hannes zu einem erfrischenden Bad in den Fluten.

Zwei Stunden dauerte unsere nackte Fitnesstour, dann freuten wir uns auf das gemeinsame Grillen. 13 hungrige Mäuler mussten gestillt werden. Ein zünftiger Holzkohlengrill und der praktische Gasgrill haben das locker geschafft.

In gemütlicher Runde

Badeplatz am Eldekanal

Danach nutzten einige Gäste noch die fußläufig erreichbare Badestelle am Eldekanal zur Erfrischung. Das abenteurliche Tarzanseil nutzten unsere „großen“ Kinder mit hellem Spaß.

Am Abend traf dann noch ein FKK-Pärchen aus dem Münsterland ein. Es war für den neuen Wohnwagen die erste Tour und vieles musste ausprobiert und eingerichtet werden. Natürlich war das Sonnenvorzelt mit dem modernen Gestänge ein Highlight des nackten Aufbauteams.

Am Tarzanseil

Wir ließen mit vielen Gästen diesen schönen Tag in unserem Wohnwagen ausklingen. Unsere Hamburger Nacktivisten fuhren wieder zurück, und wir blieben in unserem kleinen Paradies.

Auf dem Naturistengehöft sind Wohnwagen und Wohnmobile herzlich willkommen. Auf dem sorgfältig gemähten Gelände gibt es viele schöne Stellplätze. Strom und Trinkwasser sind ausreichend vorhanden. Friedhelm hat für seine Gäste im ehemaligen Schweinestall das alte Plumpsklo liebevoll restauriert, das kann man gut nutzen.

Grabow hatten wir schon am Freitag besichtigt. Sehr schöne Fachwerkhäuser in tadellosem Zustand und der moderne Hafen am Eldekanal mit dem neuen Wohnwagen- und Wohnmobilstellplatz haben uns beeindruckt. Grabow – die Stadt der "Grabower Küsschen", hat uns gut gefallen.

Am Sonntag machten wir uns dann mit den Münsterländern wieder auf nach Grabow, diesmal zum leckeren Essen im Portofino. Wir starteten natürlich nackt mit unseren Rädern ab unserem Gehöft und zogen uns erst kurz vor Grabow etwas über. Das ist eben ein weiterer Pluspunkt des Naturistengehöfts: Hier und "ab hier" ist alles nackt möglich. Wandern, baden und Rad fahren, immer ganz natürlich.

Zum Grillen am Samstag hatte uns Roland vom Nudistenhof in Raddenfort mit seinen Gästen besucht. Das Wetter am Montag war absolut nackttauglich. So fassten wir den Entschluss, Roland zu besuchen und das ganze mit einer Nacktradeltour zu verbinden. Wir machten uns zusammen mit den Münsterländern und Friedhelm auf den Weg, natürlich nackt.

Passage gesperrt

Wir fünf fuhren zunächst an der Alten Elde entlang. An der nächsten Schleuse wurde gearbeitet, aber wir Nacktradler hätten Platz genug gehabt, die Baustelle zu passieren. Doch die Bauarbeiter waren anderer Meinung. Schnell versperrten sie mit zwei schweren Baumaschinen, einem großen Bagger und einem Radlader, unseren Weg und ließen uns nicht passieren. Waren unsere nackten Frauen nicht deren Beuteschema ? Naja, wir wissen es nicht.

Über eine nahe Wiese konnten wir die Baustelle umgehen und setzten unseren Weg fort. Alle weiteren Begegnungen mit Textilern waren positiv, oft ausgesprochen freundlich und manchmal war sogar ein bisschen Neid zu spüren.

Kurze Pause am Straßenrand

Nackt blieben wir auch entlang der B 191, wo auch die Begegnungen mit Streifenwagen der Polizei waren keine Unterbrechung bedeuteten. Man tolerierte unsere natürliche Erscheinung. So trafen wir nach 30 km bei Roland ein und wurden herzlich empfangen.

Aus einer alten, ehemaligen Dorfkneipe mit dem urigen Festsaal hat sich Roland ein nacktes Paradies gebaut. Früher gab es in einem Hinterzimmer noch einen Kolonialwarenhandel, und der Festsaal hat eine schöne, kleine Bühne.

Hier hat Roland eine Blockbohlensauna eingerichtet, mit Dusche und WC. Für Gäste gibt es im Haus zwei gemütliche Einzelzimmer. Auf dem großen Grundstück wie im Haus ist Roland immer nackt anzutreffen.

Nackt im »Festsaal«

55 km haben die Räder durchgehalten

Unsere „radlahme“ Christel (Knieverletzung) hat Roland spontan mit ihrem Rad per PKW zum Naturistengehöft zurück gebracht, während wir uns wieder nackt aufs Rad schwangen und den Heimweg antraten - im wahrsten Sinne des Wortes. Diesmal wählten wir den direkten Weg und waren nach 25 km glücklich und erschöpft wieder zurück.

Ein schöner Tag, und sehr sportlich: 55 km nackt geradelt, das war schon etwas Besonderes! Hier ist es einfach paradiesisch – wir kommen wieder, versprochen!

Manfred Schwedtmann