nackt leben

Buddhismus

Der Buddhismus ist die einzige Weltreligion, die ohne Götter auskommt. Im Buddhismus werden Buddhas als Vorbilder und Lehrer verehrt, also Menschen, die sich durch Meditation und Askese zum »vollkommenen Erwachen« gebracht haben.

  • Nacktheit als Askese

Siddhartha GautamaDer Buddhismus kennt seit dem ersten Buddha Siddhartha Gautama (um 500 v. Chr.) die Nacktheit als Teil des asketischen Lebens, das den Buddha zu seiner Weisheit führte. Ähnlich wie der hinduistisch-jainistische Religionsgründer Mahavira wandelte Siddhartha Gautama auf der Suche nach Weisheit und Vollendung 6 Jahre lang in nackter Askese durch das Tal des Ganges, wo er berühmte religiöse Lehrer traf, deren Systemen und Methoden er folgte. Da ihn all dies seinen Zielen aber nicht näher brachte, gab er die überlieferten Religionen und ihre Methoden auf, suchte seinen eigenen Weg (den »mittleren Weg«, den er später lehrte) und übte sich dabei vor allem in der Meditation.

Seinem Vorbild und seinen Lehren folgten seither viele Menschen, und einigen davon gelang es, selbst das Ziel des »vollkommenen Erwachens« zu erreichen und damit selbst zum Buddha zu werden. Einige dieser Buddhas sind fest mit Nacktheit verbunden wie der Adibuddha Samantabhadra, „der All-Gute“ oder auch „der ringsum Segensreiche“ oder „der Herr der Wahrheit“. Er erscheint nackt, ohne Attribute und symbolisiert die uranfängliche Erleuchtetheit des Geistes selbst, sowie die Praxis und Meditation aller Buddhas.

Hinduismus

Im Hinduismus ist die Nacktheit als natürliches Basis-Element enthalten. Das regelmäßig stattfindende, reinigende Bad im Ganges, an dem sich viele Millionen Hindus beteiligen, fand ursprünglich für alle nackt statt und wird nur aufgrund mittlerweile eingedrungener Fremdeinflüsse heutzutage überwiegend halbbekleidet absolviert.

  • Nacktheit als Askese

Mahavira (Religionsgründer)Unabhängig davon leben heute noch speziell in der hinduistischen Ausprägung des Jainismus (externer Link zur Wikipedia) Mönche in völliger oder fast völliger Nacktheit. Man nennt sie die "Luftgewandeten", sanskrit "Digambaras" (externer Link zur Wikipedia), die vornehmlich in den südlichen Regionen des indischen Subkontinents ihre Klöster betreiben. Diese Mönche berufen sich auf den Religionsgründer Mahavira, der 12 Jahre nackt in Askese verbrachte, bevor er die Erkenntnisse seiner Meditationen und Askese als neue Lehre verbreitete. Digambaras - die Luftgewandeten - und die WeißgewandetenSchon in antiker Zeit waren den Griechen die »nackten Asketen aus Indien« wohlbekannt.

Der Jainismus geht davon aus, dass sich in der Welt zwei Prinzipien gegenüberstehen: Geistiges und Ungeistiges. Das Geistige beruht auf einer unendlichen Anzahl individueller Seelen (Jiva). Das Ungeistige umfasst die fünf Kategorien: Bewegung, Ruhe, Raum, Stoff und Zeit. Alles Stoffliche ist beseelt, nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen oder Wasser.

Die ursprüngliche Reinheit und Allwissenheit der Seele (Jiva) wird jedoch durch feinstoffliche Substanzen, die als Folge von Karma eindringen, getrübt. Der Jiva lässt sich nach dem jeweiligem Reinheitsgrad durch farbliche, olfaktorische, haptische sowie geschmackliche Abstufungen kategorisieren, wobei z. B. das mögliche Farbspektrum des Jiva von Schwarz, Dunkelblau über Taubengrau, Feuerrot, Gelb bis Weiß reicht. So attestiert eine gelbe Geistesmonade dem Träger ausgeglichene Wesenszüge. Jedwede karmische Tat, ob intentionell oder nicht, zwingt zum Verbleib im Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara), bis alles Karma getilgt ist.

Eine Reinigung der Seele wird im Jainismus durch sittliche Lebensweise und strenge Askese erreicht. Ist eine Seele von allen Verunreinigungen befreit, so steigt sie in den höchsten Himmel auf, um dort in ruhiger Seligkeit zu verharren. Dieses Stadium erreichen jedoch nicht alle Seelen. Die sogenannten abhavya jivas („unfähige Seelen“) können aufgrund ihrer natürlichen Veranlagung nie aus dem Samsara befreit werden.

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